Mit Wilhelm Buschs Worten „Musik wird oft nicht schön gefunden, weil sie stets mit Geräusch verbunden.“ eröffnete Museumsleiter Tobias Deterding scherzhaft das besondere Programm des Wilhelm Busch Museums Wiedensahl am Nachmittag des 17.05.2026 zum internationalen Museumstag. Die Idee zur Kombination aus Vorführungen des Streichorchesters des Ratsgymnasiums Stadthagen unter der Leitung von Birgit Schulte im Wechsel mit Lyrik und
Märchen Wilhelm Buschs, die in hochdeutscher und plattdeutscher Sprache von Frieda Höltke vorgelesen wurden lockte viele interessierte Besucher an. Die Diele des Museums wurde dafür in eine Konzertbühne umgewandelt und die Besucher konnten gute 45 Minuten lang dem Streichorchester und den Vorlesungen lauschen.
Zur Eröffnung füllten die zarten Klänge einer Tanzsuite für Streicher im barocken Stil mit den Sätzen „Allemande“, „Sarabande“ und „Gigue“ des amerikanischen Komponisten Maurice Whitney das Museum und verzauberten die Zuhörer. Anschließend trug Frieda Höltke die Märchen „Gerdmann und Adelheid“ und „Die böse Stiefmutter“ aus Wilhelm Buschs Sammlung „Ut oler Welt“ (Aus alter Zeit) vor. Das erste Märchen las die ehrenamtliche Mitarbeiterin, die Platt so gut
wie Hochdeutsch beherrscht, in der hochdeutschen Übertragung und im plattdeutschen O-Ton des Autoren vor, was auf großes Interesse des Publikums stieß.
Nun sorgte das Streichorchester für irisches Flair mit dem American Folk Song „Angelina the Baker“, der von Robert Longfield im irischen Stil für Streichorchester arrangiert wurde. Das schwungvolle Musikstück gefiel den Zuhörern. Danach folgte ein weiterer Auszug aus Buschs Märchensammlung. „Die launische Ziege“ las Frieda Höltke ebenfalls zunächst in Hochdeutsch und dann in Mundart vor. Die Auswahl der Texte traf sie passend zur derzeitigen Sonderausstellung „Wasserneck und Menschenfresser – Märchen anders erzählt.“
Zum Abschluss präsentierten die jungen Musiker den Popmusik-Klassiker „Never gonna give you up“ des Interpreten Rick Astley aus den 80er Jahren und sorgten damit für gute Laune für den weiteren Nachmittag.
Die Vorführungen fanden großen Anklang und es bestand der Wunsch nach einer Fortsetzung eines solchen Programms.
Die Fotos in der unten angefügten Galerie stammen von Rolf Harmening und Tobias Deterding.