Beitragsseiten

Schulprogramm

Stand  2020/21

1. Informationen zur Schule

Das Ratsgymnasium Stadthagen ist in der Kreisstadt Stadthagen im Landkreis Schaumburg beheimatet und gehört mit ca. 940 Schülerinnen und Schülern sowie 80 Lehrkräften, Referendarinnen und Referendaren zu den größeren Gymnasien. Die Schülerschaft kommt aus der Stadt Stadthagen und aus den umliegenden Ortschaften des eher ländlichen Kontextes. Die Nähe zur Landeshauptstadt Hannover und ihre gute Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln spiegelt sich in regelmäßigen Exkursionen zu Museen, Bibliotheken sowie in Opern- und Theaterfahrten von Klassen und Kursen unserer Schule wider.

Das Kollegium des Ratsgymnasiums Stadthagen (RGS) vereint erfahrene und junge Lehrerinnen und Lehrer in einem ausgewogenen Verhältnis. Deren Engagement zeigt sich in einem breiten Angebot an Wahlpflichtkursen und Arbeitsgemeinschaften in der Sekundar- stufe I ebenso wie in einer Vielzahl an Wahlmöglichkeiten in der Sekundarstufe II sowie in einem ausgesprochen breit gefächerten Schüleraustauschangebot. Herausragend ist das Angebot im musisch-künstlerischen Bereich, in dem die Schülerinnen und Schüler in Blasorchestern, Big-Bands, Streicherensembles, Chören und diversen Theaterensembles ihre künstlerischen Begabungen umsetzen können.

Die räumliche Situation in der Schule ist erfreulich. In vier Trakten verfügt die Schule über insgesamt 64 Unterrichtsräume. Sämtliche naturwissenschaftliche Fachräume und eine ganze Reihe von Klassenräumen verfügen über Computer-Workstations und fest installierte Beamer sowie Smartboardausstattung, die einen zeitgemäßen Unterricht ermöglichen. Im Herzen der Schule befinden sich die Aula mit einem Zuschauerraum für 700 Personen sowie die Mensa.

Die ausgezeichnete Ausstattung der Schule ermöglicht in ausnahmslos allen Unterrichts- und Fachräumen zeitgemäßes Arbeiten und Präsentieren über digitale Medien.

Im Herzen der Schule befinden sich die Aula mit großer Bühne und einem Zuschauerraum für 600 Personen sowie die Mensa, die täglich zwischen 7.30 Uhr und 14.00 Uhr geöffnet ist und in der sich die Schülerinnen und Schüler, Mitarbeiter und Lehrkräfte auf Selbstbedienungsbasis nach ihrem eigenen Geschmack versorgen können.

Die ca. 17.000 Medien umfassende Schülerbibliothek hält eine große Auswahl an Jugendbüchern, sowie Sach- und Fachbücher, Zeitschriften und Lexika teils zur Ausleihe, teils zum Recherchieren vor Ort bereit. Darüber hinaus ist sie mit der Stadtbücherei Stadthagen vernetzt und ermöglicht somit auch Zugriff auf deren Katalog. In der an vier Wochentagen von 8.00 Uhr bis 15.30 Uhr, freitags bis 14.00 Uhr geöffneten Bücherei stehen kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Beratung der Schülerinnen und Schüler bereit. Zehn Computerarbeitsplätze mit Internetzugang stehen zur Online-Recherche zur Verfügung.

Das Schulgelände umfasst einen sehr großen, gegliederten Schulhof, der mit zahlreichen Kletter- und Sportgerüsten und einer Spielgeräteausleihe ausgestattet ist, um den Schülerinnen und Schülern in den Pausen verschiedene Bewegungsmöglichkeiten zu unterbreiten. Eine große Mehrzwecksporthalle auf dem Schulgelände, sowie fußläufig in wenigen Minuten zu erreichende externe Sportstätten wie ein Erlebnisbad, ein Stadion und Tennisplätze bieten optimale Bedingungen für sportliche Betätigung.

Das Ratsgymnasium ist in den Jahrgängen 5 bis 11 vierzügig mit durchschnittlich ca. 27 Schülerinnen und Schülern pro Klasse. In der Oberstufe liegt die Schülerzahl in den Kursen deutlich niedriger.

Das RGS ist eine offene Ganztagsschule

In den Jahrgängen 5 und 6 arbeitet das RGS mit gleichberechtigten Klassenlehrerteams bestehend aus möglichst jeweils einer weiblichen und einer männlichen Lehrkraft. In den Klassen 7 und 8 werden die Schülerinnen und Schüler von einer Klassenlehrkraft und einer Co-Klassenlehrkraft betreut. In den Jahrgängen 12 und 13 wählen die Schülerinnen und Schüler jeweils drei Kurse auf erhöhtem Niveau, von denen eine der drei dazugehörigen Lehrkräfte gleichzeitig ihr Tutor bzw. ihre Tutorin ist.

Ab Klasse 6 erlernen die Schülerinnen und Schüler entweder Latein, Spanisch oder Französisch als zweite Pflichtfremdsprache. Für die Jahrgänge 8 bis 10 wählen die Schülerinnen und Schüler zwei Fächer aus einem differenzierten Wahlpflichtangebot oder eine dritte Fremdsprache (Französisch oder Latein). Auch in der 11. Klasse können die Schülerinnen und Schüler nochmals aus einem Wahlpflichtangebot zwei Fächer belegen oder eine zweite oder dritte Fremdsprache (Latein oder Spanisch) fortsetzen oder neu beginnen. In der Sekundarstufe II entscheiden sich die Schülerinnen und Schüler für den sprachlichen, musisch-künstlerischen, gesellschaftswissenschaftlichen oder mathematisch-naturwissen-schaftlichen Schwerpunkt.

Kontakt:

Europaschule Ratsgymnasium Stadthagen Büschingstraße 37

31655 Stadthagen

Tel.: 05721 2269

Fax: 05721 6684

eMail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

homepage: www.ratsgymnasium-stadthagen.de

Ansprechpartnerin: Angelika Hasemann, StD‘, Schulleiterin


2. Das Leitbild unserer Schule

Gemeinsam Persönlichkeit entwickeln

Als Europaschule orientiert sich das Ratsgymnasium an den Grundwerten Respekt, Achtung, Toleranz und Offenheit auf der Basis des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland und der Idee einer gemeinsamen Zukunft der europäischen Völker. Deshalb fördern wir durch vielfältige Projekte und Schüleraustausche die Begegnung mit anderen Nationen und Kulturen. Offenheit für Menschen, Ideen, Anregungen und Projekte aus unserer nahen und weiten Umgebung prägen die Arbeit und das Leben an unserer Schule.

Vielfalt empfinden wir als Bereicherung. Daher fördern die Lehrerinnen und Lehrer Interessen und Individualität der Schülerinnen und Schüler, die ihrerseits die Schule eigenverantwortlich mitgestalten. Alle an der Schule Tätigen übernehmen gemeinsam Verantwortung für erfolgreiches Lehren und Lernen, ein friedliches, harmonisches Miteinander sowie für die Natur und die Umwelt. Mit unseren facettenreichen Angeboten bieten wir jungen Menschen die Möglichkeit, sich aufgeschlossen und wissbegierig neuen Herausforderungen zu stellen, und möchten sie befähigen, ihr Leben, die Gesellschaft und die natürliche Umwelt selbstbestimmt und verantwortlich mitzugestalten. Bei der Förderung der dazu notwendigen intellektuellen und kreativen Fähigkeiten sowie der Eigenständigkeit im Denken und Handeln sind sich die Lehrerinnen und Lehrer ihrer Vorbildfunktion bewusst. Alle Beteiligten fühlen sich einem hohen Qualitätsanspruch an den Unterricht in allen seinen Formen verpflichtet. Verlässlichkeit bei Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern sowie Eltern ist dabei unverzichtbar.

Unser Gymnasium ist fest in Schaumburg verankert und versteht sich als integraler Bestandteil des Lebens unserer Region.


3. Bestandsaufnahme

3.1 Ergebnisse und Erfolge (Stand Juni 2019)

Unser Hauptaugenmerk ist natürlich auf das Kerngeschäft gerichtet,

d. h. auf guten Unterricht: Für uns bedeutet das, dass unsere Schülerinnen und Schüler aktiv am Unterricht teilnehmen können und möglichst selbstgesteuert sowie kooperativ zu guten Ergebnissen kommen. In den letzten Jahren gab es sicherlich auch daher eine hohe Erfolgsquote im Abitur. Die Durchschnittsnote im Abitur liegt an unserer Schule immer über dem Landesschnitt bei einer gleichzeitig sehr niedrigen Durchfallquote. Damit Schülerinnen und Schüler sowie Eltern über den Leistungsstand informiert werden, gibt es regelmäßig Elternabende, mehrere Elternsprechtage und schriftliche Rückmeldeverfahren im November und April. So kann zeitnah mit angemessenem und umsichtigem Krisenmanagement auf schulische oder soziale Auffälligkeiten reagiert werden.

Das Ratsgymnasium Stadthagen bietet Schülerinnen und Schülern viele weitere Möglichkeiten, sich innerhalb und außerhalb des Unterrichts einzubringen und zu entfalten. Hierbei werden unterschiedlichste Bereiche bedient und Aktivitäten angeboten. Nachstehend folgt ein kurzer Überblick über einige der in den vergangenen zwei Jahren angebotenen Projekte.

Das Ratsgymnasium Stadthagen ist:

    • Europaschule (Rezertifizierung 2019 mit 132 von 140 Punkten)

    • Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage (Pate ist Bela B. von den Ärzten)

    • Humanitäre Schule (jährliches Planspiel und Projekt)

    • Lions Quest-Schule

    • Klimaschutzschule des Landkreises Schaumburg

    • Träger des Gütesiegels „Nimbus“ des Niedersächsischen Musikverbandes

Das Ratsgymnasium hat in den vergangenen Jahren mit seinen Schülerinnen und Schülern an folgenden Wettbewerben teilgenommen:

    • Bundeswettbewerb Mathematik-Olympiade und mathematischer Känguru-Wettbewerb

    • Jugend forscht und Schüler experimentieren

    • Heureka! (Wettbewerb zu Mensch und Natur) und Echt Kuh‘l

    • Das ist Chemie! und Dechemax

    • Jugendwettbewerb Informatik und Bundeswettbewerb Informatik
    • Informatik-Biber
    • First LEGO-League

    • Schülerfriedenspreis

    • Europäischer Wettbewerb (zur Europapolitik) und Wettbewerb des Bundespräsidenten

    • Kinder- und Jugendhörspiel-Wettbewerb

    • Niedersächsischer Bibliothekspreis

    • Bundeswettbewerb Fremdsprachen und regionale Lesewettbewerbe in Englisch, Französisch und Spanisch

    • Juvenes Translatores

    • Jugend trainiert für Olympia

    • Schulinterne Sportwettkämpfe (z. B. Brennballturnier, Schiffbrüchigenturnier in Zusammenarbeit mit den Grundschulen der Region, Weihnachtsfußballturnier, etc.)

    • Schulen musizieren und Jugend musiziert

      Deutscher Orchesterwettbewerb und diverse internationale Musikfestivals
    • Diercke Wissen

Das Ratsgymnasium bietet das Ablegen folgender Zertifikate bzw. Sprachabschlüsse an:

    • DELF

    • TELC

    • (kleines/mittleres/großes) Latinum

    • Graecum

All diese kontinuierlich durchgeführten Aktivitäten unterstützen in besonderer Weise die Entwicklung der Schülerpersönlichkeiten.

Auch die interkulturelle Kompetenz der Schülerinnen und Schüler, die Entwicklung kreativer Ideen, persönliche Begegnungen oder gemeinsames Musizieren mit Schülerinnen und Schülern auch aus anderen europäischen und außereuropäischen Ländern werden gefördert. Unsere Lehrkräfte stehen Anregungen und Ideen anderer Kolleginnen und Kollegen sowie aus der Eltern- und Schülerschaft offen und positiv gegenüber. Das soziale Miteinander und die persönliche Entfaltung der Schülerinnen und Schüler werden z. B. durch die Möglichkeit des Engagements in der Schülervertretung und durch eine Vielzahl an Arbeitsgemeinschaften, Kooperationen und Projekten geschult, die teilweise in einem Kompetenzcurriculum mit den Unterbereichen Prävention, Methoden- und Medienkompetenz, Sozialerziehung (mit Lions-Quest), Beratungskonzept und Intervention (siehe 4.4.4) verankert sind, z. B.:

    • Zahlreiche Klassenfahrten, Exkursionen, Schüleraustauschfahrten und Studienreisen ins In- und Ausland

    • Schülerpatensystem (Jahrgang 10 und 11 für Jahrgang 5 und 6)

    • Ausbildung zu Jugendleitern in Kooperation mit dem Landkreis Schaumburg (Juleica)

    • Ausbildung humanitärer Scouts im Rahmen der Humanitären Schule

    • Gemeinsames Musizieren in unterschiedlichsten Gesangs-, Streich- und Bläserformationen

    • Theaterprojekte (auch binationaler Art)

    • Zahlreiche Präventionsprojekte in Kooperation mit außerschulischen Partnern (siehe 4.4.4)

    • Gedenkstättenfahrten nach Bergen-Belsen und Ausschwitz

    • Bewerbertraining Jump

    • Knochenmarkspende-Registrierungsaktionen in Kooperation mit der DKMS

    • Informationsveranstaltungen zur Organspende in Kooperation mit dem Klinikum Schaumburg

Außerdem finden in der Aula des Ratsgymnasiums oder an weiteren Veranstaltungsorten in Schaumburg, wie z.B. der Ehemaligen Synagoge, viele Events statt, die auch das öffentliche Leben kulturell bereichern. So haben in den letzten zwei Jahren Schülerinnen und Schüler beispielsweise folgende Veranstaltungen mitgeprägt:

  • Eine Vielzahl an Kammermusikabenden, Frühlings-, Sommer-, Herbst- und Weihnachtskonzerten, aber auch Big-Band-Meetings

  • Zahlreiche Theaterstücke, z.T. binationale in Kooperation mit unserer Partnerschule in Polen und/oder mit Aktualitätsbezug z.B. zum 50. Jubiläum der 68er Bewegung oder zum 150. Geburtstag von Max und Moritz

  • Feierstunde zum 70-jährigen Bestehen der Menschenrechte (Amnesty International) inklusive künstlerischer Gestaltung einiger Menschenrechtsartikel

  • Kunstausstellungen (z.B. Oh eine Dummel – Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit in Karikatur un Satire)

  • Diverse Studien- und Gedenkveranstaltungen in der Ehemaligen Synagoge Stadthagen

  • Jährlicher Philosophie-Projekttag an der Schule und Gestaltung von Philosophie-Veranstaltungen in Hannover, z.B. zum Leibnizjahr

  • Religionsgespräch (St. Martini-Gemeinde)

  • Historisch-politische Lesungen und Diskussionen (z.B. mit Niklas Frank zum biographisch-gesellschaftlichen Umgang mit der NS-Vergangenheit, mit Gideon Greif zum Antisemitismus als historischem und aktuellem Problem)

  • Jährliche Gedenkveranstaltungen zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus: Fünf Minuten für sechs Millionen in Zusammenarbeit mit dem Förderverein ehemalige Synagoge Stadthagen.

  • Jährliche Berufsorientierungstage in und mit der Akademie Loccum

An dieser Stelle geht unser herzlicher Dank an unseren Förderverein und den Altschülerbund, ohne deren finanzielle Unterstützung wir viele der hier aufgeführten Veranstaltungen nicht durchführen könnten.

Natürlich sind wir ständig bemüht, die Qualität unserer schulischen Arbeit zu verbessern. Unsere aktuellen Ziele formuliert das jeweilige SET (Schulentwicklungsteam). Sie sind in Kapitel 4 vermerkt.

3.2 Lernen und Lehren

Schülerorientierung ist ein elementarer Aspekt unseres Unterrichts. Dabei müssen die Lernvoraussetzungen und Lernweisen sowie individuelle Interessen und Bedürfnisse unserer Schülerinnen und Schüler berücksichtigt werden. Wo immer möglich, sollen Fragen, Probleme und Erfahrungen der Lernenden Ausgangspunkt des unterrichtlichen Handelns sein. Die Schülerinnen und Schüler werden als Individuen gesehen, die ihren Lernprozess in zunehmendem Maße selbstständig und eigenverantwortlich gestalten. Der Schüleraktivierung durch die Lehrkräfte kommt eine entscheidende Rolle zu. Wann immer es dem Lerngegenstand dienlich ist, werden Lernwege angelegt und beschritten, die die Selbsttätigkeit der Lernenden in den Vordergrund stellen.

Die stets anzustrebende Problemorientierung des Unterrichts regt die Schülerinnen und Schüler an, den Unterrichtsgegenstand sowie damit verbundene Erfahrungen zu hinterfragen, Unbekanntes zu erschließen, Widersprüche aufzudecken und Lösungswege zu suchen und zu beschreiten.

Die Entwicklung des Unterrichts stellt den zentralen Bezugspunkt unserer Arbeit dar. Sie ist damit der wesentliche Bestandteil der Schulentwicklung. Der Leistungsheterogenität der Schülerinnen und Schüler wird Rechnung getragen. Die innere Differenzierung, also das Fordern leistungsstarker und das Fördern leistungsschwächerer Schülerinnen und Schüler, wird u. a. durch binnendifferenzierenden Unterricht angestrebt. In einem breit angelegten, im August 2018 begonnenen Fortbildungsprozess hat sich das RGS dieser Thematik angenommen. Die von Herbst 2018 bis Sommer 2020 durchgeführte Fokusevaluation des Niedersächsischen Landesinstituts für schulische Qualitätsentwicklung hat dem RGS dabei hervorragende Arbeit bescheinigt. Die Entwicklung von Lernmethoden, die unsere Schülerinnen und Schüler zur Bewältigung der gymnasialen Anforderungen befähigen und sie studierfähig machen sollen, steht im Fokus unserer alltäglichen Arbeit. Dazu gehört u.a., dass wir ab dem Schuljahr 2019/20 ab Jahrgang 7 und ab dem Schuljahr 2020/21 zusätzlich im Jahrgang 11 jeweils aufsteigend mit iPads als verbindlichem Lernmittel arbeiten.

Für das Ratsgymnasium ergibt sich die Aufgabe, in einem andauernden Prozess ein gemeinsames Verständnis von Unterricht zu erarbeiten, das Methodenrepertoire zu überprüfen und gegebenenfalls auszuweiten, Unterrichtsvorhaben in Lehrerteams zu planen sowie den Unterrichtsprozess regelmäßig zu evaluieren. Dieses Vorhaben wird u.a. im Rahmen jährlich stattfindender schulinterner Fortbildungsmaßnahmen für das gesamte Lehrerkollegium (SchiLf) verwirklicht. Die Fachgruppen entwickeln Maßstäbe, die als grundlegend für den Unterricht gelten, sowie geeignete Indikatoren für die Evaluation des Fachunterrichts (siehe auch: 4.2. Entwicklungsziele).

Als Ausbildungsschule für das Studienseminar Stadthagen bereiten wir angehende Lehrerinnen und Lehrer auf das Berufsleben vor. Sie melden uns zurück, dass sie sich von unseren Lehrkräften professionell und zugleich sehr empathisch ausgebildet fühlen. Sie ihrerseits bereichern uns mit innovativen Ideen für den Unterricht und geben dadurch Impulse, die die Unterrichtsentwicklung fördern.


 

3.3 Schulkultur

3.3.1 Schulleben

Wir begreifen Schule als Lebensraum und beteiligen die Schülerinnen, Schüler und Eltern an dessen Ausgestaltung. Der Schwerpunkt unserer Arbeit ist eine Unterrichtsgestaltung, die darauf abzielt, das Wissen der Schülerinnen und Schüler zu mehren und ihnen zukunftsrelevante Kompetenzen zu vermitteln, z.B. in den Bereichen Kommunikation, Erkenntnisgewinnung und Wissenserwerb. Darüber hinaus gibt es ein breites Angebot von unterstützenden Maßnahmen, um den jungen Menschen Wege zum eigenverantwortlichen und individuellen Lernen aufzuzeigen:

  • Orientierung an Leitbild, Schulprogramm und Schulvereinbarung
  • Umfassendes Kompetenzcurriculum für alle Jahrgänge
  • Förder- und Forderprogramme
  • Lions-Quest – Schulung aller Lerngruppen in der Sekundarstufe I
  • Wettbewerbe in Lesen, Geschichte, Geographie, Mathematik, Musik, Theater, Sozialengagement,Naturwissenschaften und Fremdsprachen
  • Arbeitsgemeinschaften ab Klasse 5
  • Wahlpflichtkurse in der Sekundarstufe I
  • Breites Wahlangebot in den Schwerpunkten der Sek. II
  • Aktive Mitarbeit in der Schülerverwaltung
  • Kooperation mit anderen Schulen
  • Kooperation mit Betrieben und außerschulischen Partnern
  • Projekte zur sozialen Verantwortung (z.B. Brasilienhilfe, „Run for Help", Humanitäre Schule)
  • Maßnahmen bezüglich Prävention und Intervention (s. Präventionskonzept Punkt 4.4.4)

3.3.2 Kulturelle Identitäten

Wir unterstützen unsere Schülerinnen und Schüler dabei, ihre kulturelle Identität zu erleben und zu entwickeln, indem wir Sorge dafür tragen, dass sie ihre eigene Kultur und Geschichte sowie ihre Traditionen und Werte kennen und kritisch zu würdigen lernen. Gleichzeitig sollen sie lernen, die Identitäten anderer zu respektieren z.B. durch den Erwerb fremder Sprachen sowie die Auseinandersetzung mit anderen Kulturen und deren Geschichte.

Diese Ziele versuchen wir durch zahlreiche Aktivitäten, Projekte und Unterrichtsangebote zu erreichen, wie z.B.

  • philosophische Aktivitäten: Hier geht es im Wesentlichen darum, ein vernünftiges Welt- und Selbstverständnis zu entwickeln. Im 5. Jahrgang versuchen wir, mit dem Projekttag „Rattenscharfes Denken" einen ersten Zugang dazu zu entwickeln. Wir bieten im 5. und 6. Jahrgang auch eine gleichnamige AG an, die sich an alle richtet, die am Nachdenken interessiert sind. Dieser Ansatz findet in der Sek. I seine Fortsetzung im Angebot eines Wahlpflichtkurses Philosophie, in der Sek. II auch als Prüfungskurs. Neben dem Unterricht in der Sek. II finden häufig zu bestimmten Themen Projekte statt, die sich aus dem Unterricht ergeben oder die in Zusammenarbeit mit der Schülerakademie Schaumburg durchgeführt werden. Dazu gehörte in den letzten Jahren z.B. ein Projekt zur Medizinethik (in Kooperation mit dem Klinikum Schaumburg) oder ein philosophisches Theaterstück zur „Unsterblichen Seele“, das das RGS auf dem Festival der Philosophie in Hannover aufgeführt hat.
  • konfessionell kooperativen Religionsunterricht
  • ein besonders breit aufgestelltes Fremdsprachenangebot
  • bilingualen Unterricht im Wahlpflichtbereich
  • die Aufnahme von Regel- und Gastschüler*innen aus aller Welt
  • Schüleraustausche:
  • mit europäischen Partnern:
    • Frankreich: Amiens/Soissons/Dijon/Cuffies
    • Polen: Słupca (Dieser Austausch setzt sich mit dem Thema Holocaust auseinander und führt die Schüler*innen auch in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau).
    • Rumänien: Sibiu
    • Schweiz: Biel
    • Spanien: Tudela
  • mit außereuropäischen Partnern:
    • Brasilien: São Paulo
    • Mexiko: Mexiko-City
    • USA: Oak Ridge/Colorado und Tennessee
  • Dieses Studienreiseangebot dient zur Unterstützung des Fremdsprachenunterrichts sowie zur zusätzlichen Vermittlung interkultureller Kompetenzen.
  • Studienfahrt nach Rom im Jahrgang 9
  • Studienfahrt nach Berlin im Jahrgang 10
  • Binationales Theaterprojekt mit Słupca / Polen
  • Teilnahme an nationalen und europaweit ausgelegten Musikveranstaltungen (s. o.)
  • Kooperation mit dem Förderverein ehemalige Synagoge Stadthagen: Das Ratsgymnasium ist Mitglied und Mitinitiator dieses Vereins, dessen Ziel es ist, die ehemalige Synagoge zu einem Ort des Gedenkens und Lernens hinsichtlich der Geschichte des europäischen Judentums auszubauen.

3.3.3 Naturwissenschaftliches Verständnis

Wir eröffnen unseren Schülerinnen und Schülern den Weg zu einem rationalen Weltverständnis. Dazu beschäftigen wir uns unter anderem ebenso mit naturwissenschaftlichen Theorien wie mit praktischen Arbeiten in Form von Untersuchungen und Experimenten. Damit fördern wir genaues Beobachten und kritisches Deuten.

Wir leiten die Schülerinnen und Schüler dazu an, überprüfbare Ergebnisse von Spekulationen zu unterscheiden, sich ein solides Basiswissen anzueignen, das sie befähigt, in Bereichen gesellschaftlicher Relevanz (Technik, Medizin, Ökologie) kritisch Stellung zu nehmen. Sie sollen die Möglichkeiten, aber auch die Gefahren der Naturwissenschaft und Technik kennen lernen, die dem Menschen im Umgang mit der Natur zu Werkzeugen geworden sind und sein Weltbild mitbestimmen.

Dazu bieten wir eine Reihe von Aktivitäten an:

  • Projektarbeit in Biologie, Chemie und Physik
  • Arbeiten an außerschulischen Lernorten und bei naturwissenschaftlich ausgerichteten Exkursionen
  • Eigenständige Arbeit im Schülerlabor
  • Astronomisches Beobachten und Forschen in unserer schuleigenen Sternwarte
  • Schulung im Umgang mit zeitgemäßen Medien (Smartboard) und moderner Technologie (Programmieren von Kleinrobotern)

3.3.4 Musisch-künstlerische Aktivitäten

Wir geben unseren Schülerinnen und Schülern in den Bereichen Musik, Darstellendes Spiel und Bildende Kunst Raum, sich als Menschen zu entdecken, die begeistert miteinander etwas Künstlerisches erarbeiten, das viele Sinne anspricht. Sie können Freude entwickeln, wenn sie das Schöne wie das Schwere ausgestalten und dabei Ausdrucksmöglichkeiten für ihre Gefühle, Perspektiven und Stimmungen entwickeln. Wenn sie gemeinsam musizieren oder Theater spielen, können sie beispielhaft erfahren, wie sie mit ihren Fähigkeiten zum Gelingen einer Aufführung beitragen. Damit fördern wir die Persönlichkeitsentwicklung, denn sie lernen ebenso, sich anzustrengen und diszipliniert zu arbeiten wie kreativ zu sein und frei bzw. spontan zu gestalten. Damit gewinnen sie schließlich den Mut zur Darstellung und zur Präsentation. Wir bieten an:

  • Bläserklassen: In jedem Jahrgang 5 startet eine Klasse mit eindeutig musikalischem Profil, speziell im Bereich „Bläser". Die Klasse wird in Jahrgang 6 fortgeführt.
  • Chöre, Bands, Orchester am RGS: Im Bereich chorischer Arbeit gibt es den Unterstufenchor (Jahrgang 5/6), den Mittelstufenchor (Jahrgänge 7 bis 9) und den Oberstufenchor (Jahrgänge 10 bis 12), die jeweils als schulische Einzelformation auftreten, zu bestimmten Anlässen aber auch zusammenarbeiten. Im Bandbereich der Bläserarbeit gibt es die Ratsband (Sinfonisches Blasorchester der Jahrgänge 10 bis 13), das Vororchester der Ratsband (Jahrgänge 9 und 10) und die Juniorband (Jahrgänge 7 und 8), sowie die Büsching-Street Big Band und die Büsching-Street Big Band Junior als Big-Band-Auskoppelungen der Ratsband und des Vororchesters. Im Bereich der Streichmusik gibt es eine AG (Jahrgänge 5 und 6) sowie ein Streicherensemble (Jahrgänge 7 bis 13).
  • Aus dem Unterrichtsbereich "Darstellendes Spiel" (in Wahlpflichtkursen, AGs oder als Unterrichtsfach neben Musik und Kunst in der Oberstufe) ergeben sich jährlich zahlreiche Theaterprojekte
  • deutsch-polnische Aufführungen in Zusammenarbeit mit der Partnerschule in Słupca
  • in Zusammenarbeit mit dem Fach Musik Musiktheateraufführungen und Musicalprojekte: Jahr für Jahr kommen rund 50 Schülerinnen und Schüler der Oberstufe des Ratsgymnasiums zusammen, um literarische Vorlagen wie „Peer Gynt", „Der Große Gatsby“ und viele andere Stücke szenisch zu interpretieren und mit entsprechenden Songs anzureichern. Mehrfach wurden Inszenierungen im Rahmen des Wettbewerbs „Jugend spielt für Jugend" am Ballhof in Hannover aufgeführt.
  • Darstellendes Spiel als Unterrichtsfach: Darstellendes Spiel wird am Ratsgymnasium im Bereich der Sekundarstufe I im Wahlpflichtbereich, ab Klasse 11 in Kursen unterrichtet.
  • Im Bereich der bildenden Künste werden Zeichen- und Maltechniken, Gestalten mit unterschiedlichen Materialien, künstlerische Druckverfahren, dreidimensionale Gestaltungstechniken, Fotokunst etc. nicht nur im Kunstunterricht vermittelt, sondern darüber hinaus in Wahlpflichtkursen und Arbeitsgemeinschaften, z.B. in der AG-Töpfern.

3.3.5 Demokratie

Wir halten einen vielseitigen Geschichts- und Politikunterricht für unabdingbar und sehen in diesen und anderen Fächern weitaus mehr Möglichkeiten als nur traditionelle Wissensvermittlung. Am Beispiel des Themas „Europa“ soll hier aufgezeigt werden, welche Bandbreite an Projekten, Wettbewerben und Aktionen sich den Schülerinnen und Schülern am Ratsgymnasium darbietet:

  • Jährliche Gestaltung eines Europatags durch alle Schülerinnen und Schüler, zu dem auch externe Referenten eingeladen werden, die z.B. Workshops anbieten
  • Regelmäßige Teilnahme des Wahlpflichtkurses Politik am Schülerwettbewerb zur politischen Bildung der Zentrale für politische Bildung
  • Zusammenarbeit mit dem Europäischen Informationszentrum in Hannover Teilnahme an mehreren Europa-Planspielen für den 10. Jahrgang
  • Teilnahme am schulformübergreifenden Projekt „Communities that Care“ (ab 2012)
  • Engagierte Mitarbeit in der Schülerverwaltung

3.3.6 Sportliche Aktivitäten

Wir ermutigen unsere Schülerinnen und Schüler, Freude an Bewegung zu erfahren, ihre Belastungsfähigkeit zu testen, ihre persönlichen Grenzen auszuloten und diese auch zu erweitern. Der Sport ist ein unverzichtbarer Teil unseres kind- und jugendgemäßen Schullebens und trägt präventiv zur Gesundheits-, Sozial-, Umwelt- und Freizeiterziehung bei.

Ein vielseitiger Sportunterricht unter Einbeziehung großzügiger Sportanlagen und ein Angebot von Arbeitsgemeinschaften, das deutlich über die traditionellen Schulsportarten hinausgeht, trägt dieser Zielsetzung Rechnung. Im AG-Bereich kooperieren wir mit örtlichen Sportvereinen. Sportspezifische Gruppenerfahrungen werden z. B. bei Ruder- und Skikompaktkursen gemacht. Wir bieten deshalb an:

  • Arbeitsgemeinschaften, z.B. Fußball, Schiedsrichterlehrgang, Schwimmen, Rudern, etc.
  • Kompaktkurse, z.B. im Bereich Skifahren und Rudern
  • Sportfeste
  • Ausleihe von sportlichen Spielgeräten in den großen Pausen
  • Jahrgangsinterne Turniere
  • Teilnahme an externen Turnieren, wie z.B. „Jugend trainiert für Olympia“

3.3.7 Berufliche Orientierung und Berufsfähigkeit

Wir zeigen unseren Schülerinnen und Schülern Chancen für ihre Zukunft auf und konfrontieren sie mit den Bedingungen und Anforderungen in Studium und Beruf. Zugleich bieten wir ihnen Hilfen an, sich den Fragen in diesem Bereich stellen zu können.

  • Am Zukunftstag sollen die Schülerinnen und Schüler möglichst Berufe kennen lernen, die normalerweise dem jeweils anderen Geschlecht zugeordnet werden.
  • Das 14tägige Berufspraktikum im Jahrgang 10 Direkt im Anschluss an die Herbstferien verschaffen sich Schülerinnen und Schüler in der Regel in Betrieben zwischen Minden und Hannover, u.U. aber auch z. B. im Bundestag in Berlin, in einem Nachrichtenmagazin in Hamburg oder einem Chemiekonzern in Süddeutschland Einblicke in die Berufswelt. Ihnen soll damit bewusst gemacht werden, wie wichtig die Auseinandersetzung mit ihrer beruflichen Zukunft schon zu diesem Zeitpunkt ist, weil sie in Kürze vor konkrete Richtungsentscheidungen gestellt werden.
  • Mit dem berufs- und studienvorbereitenden Seminar in der Evangelischen Akademie Loccum im Jahrgang 12 vertieft das Ratsgymnasium die ein Jahr zuvor im Praktikum gewonnenen Einsichten durch ein aufwändiges zweitägiges Seminar. Bewusst in nicht-schulischer Umgebung gehen wir dabei der Frage "Was kommt nach dem Abitur?" in drei Informationsblöcken nach: Am Vormittag des ersten Tages werden "konkrete Übergänge" nach dem Abitur wie z.B. Bundeswehr/Zivildienst, Auslandsaufenthalte oder das freiwillige soziale oder ökologische Jahr veranschaulicht. Am Nachmittag stellen ehemalige Ratsgymnasiastinnen und –gymnasiasten, Vertreterinnen und Vertreter von Universitäten und Berufspraktikerinnen und -praktiker über zwanzig verschiedene Berufsfelder vor. Am zweiten Tag nutzen wir die Erfahrungen von Personalchefs, um unsere Schülerinnen und Schüler für Bewerbungssituationen fit zu machen.
  • Die Berufsberatung im RGS Ein qualifizierter und auf die Betreuung von Gymnasiastinnen und Gymnasiasten spezialisierter Berufsberater der Agentur für Arbeit steht einmal pro Monat für intensive Einzelgespräche im RGS zur Verfügung.
  • Fachspezifische Schuleignungstests Der psychologische Dienst der Agentur für Arbeit in Hameln bietet immer im Mai Schülerinnen und Schülern der Jahrgänge 10 und 11 im RGS einen kostenlosen studienfeldbezogenen Beratungstest („Study-Test") für folgende Studienrichtungen an:
    • Philologie (Sprachwissenschaften)
    • Wirtschaftswissenschaften
    • Mathematik/Informatik
    • Naturwissenschaften
    • Ingenieurswissenschaften
    • Jura
    Das Ratsgymnasium hält Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 12 und 13 dazu an, angebotene Hochschulinformationstage, insbesondere an der Leibniz-Universität in Hannover sowie in Hameln, zu nutzen.
  • Den Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe II wird eine Arbeitsgemeinschaft angeboten, in der sie lebenspraktische Inhalte in den Themenbereichen Steuern, Finanzen, Versicherungen, Vertragsabschlüsse usw. vermittelt bekommen.
  • Projekte mit der Uni Hannover
  • Bewerbungstraining

3.3.7 Elternarbeit

Über die üblichen gewählten Gremien wie Klassenelternrat, Schulelternrat, Schulvorstand, Gesamtkonferenz, Fachkonferenzen und Steuergruppe hinaus beteiligen sich Eltern an unserer Schule an Projektgruppen, die in pädagogischen Bereichen und an der Schulentwicklung arbeiten. Zahlreiche Aktivitäten, die das Schulleben am Ratsgymnasium ausmachen, können nur erfolgreich durchgeführt werden, weil vielfältiges Engagement der Elternschaft - z.B. bei Schulfesten, Benefiz­-Veranstaltungen, sozialen Projekten und Austauschprogrammen - das Kollegium und die Schülerinnen und Schüler aktiv unterstützt. Auf unserer Homepage haben die Eltern ihren eigenen geschützten Bereich.

An dieser Stelle ist auch die nicht wegzudenkende finanzielle Unterstützung durch den Förderverein und durch den Altschülerbund – ein lockerer Zusammenschluss ehemaliger Schülerinnen und Schüler – zu nennen.


4. Evaluation – Zielsetzungen – Entwicklung - Konzepte

 

4.1 Selbstevaluation (Stand Mai 2020)

Im Jahr 2016 nutzte das RGS den „BUGIS“-Fragebogen (beteiligungsgestützte und umsetzungsorientierte Gefährdungsbeurteilung in Schulen durch die Niedersächsische Landesschulbehörde) zur Evaluation bezüglich Arbeitsschutz und Gesundheitsmanagement der Lehrerinnen und Lehrer. Die Auswertung und Ergebnispräsentation erfolgte durch die Niedersächsische Landesschulbehörde Regionalabteilung Hannover. Auf Grundlage der Ergebnisse entwickelte das SET (Schulentwicklungsteam, ehemals Steuergruppe) Lösungsansätze, die auf der Dienstbesprechung im Mai 2016 vorgestellt wurden. Es entwickelten sich entsprechende Projektteams, deren Arbeit durch das SET geleitet und begleitet wird und deren Ergebnisse stetig evaluiert werden (s. Kapitel 2: Ergebnisse und Erfolge sowie Kapitel 4.2: Entwicklungsziele).

Einzelne Aktivitäten (SchiLfen, Projekttage, Tag der offenen Tür) werden jeweils durch die entsprechenden Planungsteams evaluiert und die Auswertung der Ergebnisse in die Planung der Folgeveranstaltung einbezogen.

Zwischen Herbst 2018 und Sommer 2020 unterzog sich das Ratsgymnasium der Fokusevaluation des Niedersächsischen Landesinstituts für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ) mit dem Beobachtungsschwerpunkt Binnendifferenzierung (s. Kapitel: 4.2.)

4.2 Entwicklungsziele

Kurzfristige Entwicklungsziele:

  1. Um die Motivation und Aktivität der Schülerinnen und Schüler und damit ihren Lernertrag zu erhöhen, werden seit November 2018 am Ratsgymnasium Stadthagen bis zum Februar 2020 (Ende der Fokusevaluation) und darüber hinaus geeignete Unterrichtsstunden in weitestgehend allen Fächern und Jahrgängen mit vorbereiteten binnendifferenzierenden Aufgabenstellungen unter Berücksichtigung unterschiedlicher Lernstände, Leistungsfähigkeiten und/oder Lerntypen durchgeführt.

  2. Ab dem Schuljahr 2019/2020 arbeiten alle Schülerinnen und Schüler aufsteigend ab Jahrgang 7 mit Tablets, ab dem Schuljahr 2020/21 auch ab Jahrgang 11 aufsteigend.

Mittelfristige Entwicklungsziele

  1. Der Unterricht soll sich insgesamt so entwickeln, dass digitale Medien in die Unterrichtsplanung und -durchführung verstärkt einfließen.

  2. Digitale Medien sollen binnendifferenzierend eingesetzt werden und so helfen, individuelle Lern- und Arbeitsprozesse der Schülerinnen und Schüler zu unterstützen.

  3. Die Möglichkeiten der fortschreitenden Digitalisierung sollen nicht nur in unterrichtlichen Zusammenhängen genutzt werden, sondern auch die Kommunikation und Informationsverarbeitung zwischen allen am Schulleben Beteiligten verbessern und erleichtern.

  4. Das Medienkonzept soll innerhalb der nächsten fünf Jahre überarbeitet werden.

  5. Das Europateam plant, das Europacurriculum innerhalb der nächsten drei Schuljahre zu schreiben.

4.3 Maßnahmenplanung zum Erreichen der Entwicklungsziele

Zur Umsetzung der unterrichtlichen Entwicklungsziele arbeiten die Kolleginnen und Kollegen in Hospitationstandems und nutzen zur Unterrichtsevaluation die Beobachtungsbögen des NLQ.

Das RGS beteiligt sich weiterhin am Projekt „Zaungäste Regional“, in dem acht Schulen aus dem Großraum Hannover gegenseitige Hospitationen durchführen, um sich unter ihren jeweiligen Entwicklungsschwerpunkten zu evaluieren. Der Zaungästebesuch am RGS soll voraussichtlich im Herbst 2020 zum Beobachtungsschwerpunkt Binnen-differenzierung stattfinden.

  • Das Lenkungsteam „Digitalisierung“, bestehend aus Kolleginnen und Kollegen, koordiniert in Zusammenarbeit mit der Schulleitung und dem Administratorenteam alle notwendigen Maß-nahmen die fortschreitende Digitalisierung betreffend.

Schulentwicklungsberaterinnen und -berater des NLQ und anderer externer Anbieter können uns bei der Verwirklichung unserer Ziele unterstützen.


4.4 Konzepte

Schon seit vielen Jahren werden die individuellen Stärken unserer Schülerinnen und Schüler durch einen qualifizierten, auf Differenzierung und Selbstständigkeit angelegten Unterricht und vor allem durch erweiterte Lernmöglichkeiten im Bereich der Arbeitsgemeinschaften und der Wahlpflichtkurse gefördert. Auch durch das Kompetenzcurriculum „Lernen lernen“ zur Schulung methodischer Fähigkeiten sowie durch die Teilnahme an außerschulischen Projekten und Wettbewerben erfahren unsere Schülerinnen und Schüler auf vielfältigen Gebieten individuelle Förderung.

Um Kinder mit individuellen punktuellen Schwächen beim Lernen zu unterstützen, bietet unsere Schule jahrgangsspezifischen, klassenübergreifenden Förderunterricht für die Jahrgänge 5 bis 7 sowie 11 an. Das Ganztagskonzept, unser Lehrerfortbildungskonzept und die Maßnahmen im präventiven Bereich dienen letztlich ebenfalls der umfassenden individuellen Förderung unserer Schülerinnen und Schüler.

4.4.1 Förder- und Forderkonzept: „Stärken stärken - Schwächen schwächen“

Die 5. und 6. Klassen werden von Klassenlehrerteams sowie von Patinnen und Paten des 10. und 11. Jahrgangs begleitet. In der Anfangsphase liegt der Schwerpunkt der Aktivitäten darauf, spezifische Aktionen zum Kennenlernen und zur Integration durchzuführen. Sie werden von verschiedenen Maßnahmen zur Entwicklung von Sozialkompetenz (Lions Quest – Erwachsen werden) begleitet. Zu Beginn des 5. Schuljahres werden außerdem Diagnoseverfahren zur Ermittlung des Lernstandes in Deutsch und Mathematik durchgeführt, um den Übergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule gleitend zu gestalten.

Alle Schülerinnen und Schüler werden in allen Fächern gleichermaßen in ihren fachlichen Leistungen beobachtet und beurteilt, wie auch hinsichtlich ihres Arbeitsverhaltens (Motivation / Produktivität / Vollständigkeit von Materialien und Leistungen) und ihres Sozialverhaltens im Unterricht und außerhalb. Diese Beobachtungen werden zwei Mal pro Schuljahr dokumentiert und bilden die Grundlage für eine systematische Begleitung des persönlichen Lern- und Entwicklungsfortschritts und für individuelle Elterngespräche und -beratung, z. B. an den Elternsprechtagen im November und Februar. Alle sich daraus ergebenden Unterstützungsmaßnahmen finden in Absprache mit den Erziehungsberechtigten statt.

In den Fächern Deutsch und Mathematik startet für den 5. Jahrgang ein begleitender Förderunterricht nach den Herbstferien, in Englisch ab dem zweiten Halbjahr. In den Jahrgängen 6 und 7 wird Förderunterricht ab Mitte des ersten Halbjahres in Mathematik, Deutsch, Englisch und der zweiten Fremdsprache erteilt. Bei Bedarf richten wir auch für Schülerinnen und Schüler der Einführungsphase im Jahrgang 11 Förderangebote ein. Förderunterricht findet immer in Kleingruppen statt und ist Bestandteil des nachmittäglichen Ganztagsangebots. Für die Förderkurse sprechen die Fachlehrkräfte entsprechende Empfehlungen aus und die Erziehungsberechtigten entscheiden, ob sie das Förderangebot für ihr Kind annehmen möchten.

Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 5 bis 10, die noch nicht lange genug in Deutschland leben, um die deutsche Sprache ausreichend zu beherrschen, erhalten Sprachförder-unterricht.

Für besonders begabte Kinder und Jugendliche bieten sich durch die Zusammenarbeit im Kooperationsverbund zur Förderung besonderer Begabungen Schaumburg II (KOV) Entfaltungsmöglichkeiten.

Hier arbeiten wir mit folgenden Bildungseinrichtungen zusammen:

Kindergarten Herminenstift in Stadthagen,

Kindertagesstätte Waldwichtel der Samtgemeinde Nienstädt,

alle Grundschulen in Stadthagen und die Grundschule Nienstädt,

IGS Schaumburg, Wilhelm-Busch-Gymnasium Stadthagen.

Ziel des KOV ist die Förderung individueller Neigungen und Begabungen vom Kindergarten bis zur weiterführenden Schule. Neben Projekten, die jahrgangs- und einrichtungsübergreifend alle zwei Jahre durchgeführt werden, bieten die drei weiterführenden Schulen den Viertklässlern der beteiligten Grundschulen eine Neigungsarbeitsgemeinschaft für jeweils ein halbes Schuljahr an, um Interessen zu entdecken und auszuschärfen.

Interessierten Grundschülerinnen und Grundschülern bietet das RGS den Kurs: „Das Wunder unseres Lebens - vom Urknall bis zu meiner Geburt“ an. In den Jahrgängen 5 bis 7 werden besonders interessierten Schülerinnen und Schülern unserer Schule in den Arbeitsgemeinschaften „Warum-Uni“ und „Junge Forscher“ Lernangebote im naturwissenschaftlich-philosophischen Bereich unterbreitet.

 

Jedes Kind wird gemäß unserem Motto „Gemeinsam Persönlichkeit entwickeln“ als Individuum mit seinen persönlichen Stärken und Schwächen wahrgenommen und gefördert. Dies gilt selbstverständlich auch für inklusiv zu beschulende Schülerinnen und Schüler, wobei bei Bedarf auch eng mit außerschulischen Beratungs- und Unterstützungseinrichtungen zusammengearbeitet wird.

 

4.4.2 Ganztagskonzept

Das Ratsgymnasium ist eine offene Ganztagsschule, das heißt, dass für alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 5 bis 7 der Regelunterricht am Vormittag bis 13.15 Uhr stattfindet. Ab der 8. Klasse wählen die Schülerinnen und Schüler Wahlpflichtkurse, sodass meistens an einem Nachmittag auch Regelunterricht in der 7. und 8. Stunde stattfindet. Alle nicht verpflichtenden Unterrichts-Angebote finden am Nachmittag statt und sind frei wählbar. Wer möchte, hat die Möglichkeit an jedem Wochentag ein Nachmittagsangebot wahrzunehmen. Selbstverständlich können Schülerinnen und Schüler auch ganz darauf verzichten, eine der Nachmittagsveranstaltungen zu belegen.

In jedem Halbjahr können sich die Schülerinnen und Schüler neu für die unterschiedlichen sehr breit gefächerten Angebote, die teilweise in Kooperation mit außerschulischen Partnern gestaltet werden, anmelden. Es besteht z.B. die Möglichkeit, verschiedene Sportangebote für Mädchen und Jungen, Fremdsprachen-AGs, künstlerische AGs und aus einem großen Spektrum an musikalischen Aktivitäten auszuwählen.

Durch den/die jeweilige/n Bundesfreiwilligendienstleistende/n wird des Weiteren ein regelmäßiges Betreuungsangebot für Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 5 und 6 von 13.55 Uhr bis 17.00 Uhr an drei Wochentagen unter dem Motto „Hausaufgaben, Spielen & Co“ angeboten. Diese Betreuung kann regelmäßig, aber auch kurzfristig bei einem unvorhergesehenen Betreuungsengpass in Anspruch genommen werden.

 

4.4.3 Methoden- und Medienkonzept

Methodenkonzept: Eigenverantwortliches Lernen und Arbeiten genießen Priorität im lernenden Umgang miteinander. Methodische Fertigkeiten werden am RGS nach einem festgeschriebenen Methodencurriculum „Lernen lernen“ für die Jahrgänge 5 bis 8 zunächst überfachlich, später als Teil des Fachunterrichts geschult.

Die Durchführung von Trainingstagen in den Jahrgängen 5 bis 8 entlastet den Fachunterricht und macht den Stellenwert des Kompetenzerwerbs für Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern deutlich.

Medienkonzept: Das RGS arbeitet ständig an der Aktualisierung des schuleigenen Medienkonzepts, das sich an der Umsetzung des niedersächsischen Orientierungsrahmens zur Medienbildung orientiert. Die Schule verfügt über eine zeitgemäße Ausstattung aller Unterrichtsräume mit modernen digitalen Präsentationsgeräten und mit der Kommunikationsplattform MNSpro, die digitales und kooperatives Arbeiten ermöglicht. Allen Schülerinnen und Schülern sowie allen Kolleginnen und Kollegen steht zudem die Nutzung von Office 365 mit den verschiedenen digitalen Werkzeugen zur Verfügung. Ab Jahrgang 7 und 11 aufsteigend kommen elternfinanzierte iPads als zusätzliches verpflichtendes Lernmittel im Unterricht aller Fächer zum Einsatz. Dies bedarf einer fortwährenden Anpassung schuleigener Lehrpläne und fächerübergreifender Absprachen durch die Fachkonferenzen. Ein Patensystem zwischen dem 8. und 7. Jahrgang und iPad-Trainingsstunden sind ebenso Teil des Medienkonzepts, für dessen Aktualisierung neben dem Administratorenteam die Mitglieder des Digitalisierungsleitungsteams verantwortlich sind.

 

4.4.4 Präventionskonzept

Ziel präventiver Arbeit ist es, Schülerinnen und Schüler in einem selbstbestimmten und geschützten Raum im selbstbewussten Umgang mit den Themen Sicherheit, Gesundheit, Mediennutzung und Umwelt zu schulen und ihnen in einem klar strukturierten und unterstützenden Rahmen Instrumente eines effektiven und aktuellen Konfliktmanagements zur Verfügung zu stellen. Der RGS-Präventionsrat ist das koordinierende Organ für alle Maßnahmen im Bereich Prävention und Intervention. Er repräsentiert verlässlich alle im Präventionsbereich relevanten Ebenen, wirkt als steuerndes und koordinierendes Gremium und hält Kontakt zu anderen regionalen und überregionalen Präventionsgremien. Im Präventionsrat der Schule arbeiten Lehrkräfte, die Schulleitung, nichtpädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schule sowie Eltern- und Schülervertreterinnen und -vertreter in folgenden Bereichen zusammen:

Konfliktmanagement und Beratung: Von allen Mitgliedern der Schulgemeinschaft sind Wachsamkeit, Empathie und Kommunikationsbereitschaft gefordert, um bei individuellen Problemlagen oder/und gruppendynamischen Konstellationen angemessen professionell und geschult erfolgreich interagieren zu können. Im Sinne des Gemeinschaftsgedankens begegnen sich die Mitglieder der Schulgemeinschaft rücksichtsvoll und helfen sich gegenseitig bei Bedarf. Unsere Beratungslehrerin und der Beratungslehrer, die Mitglieder des Mobbing-Interventions-Teams (MIT) und des Konflikt-Interventions-Teams (KIT) stehen sowohl Schülerinnen und Schülern als auch Eltern und Lehrkräften beratend zur Seite.

Sicherheit: Sicherheit, Verlässlichkeit und „Wohlfühlen“ im weitesten Sinne sind die Grundlagen für zufriedenstellendes und erfolgreiches Wirken in der Schule. Zu diesem Bereich gehören, Sicherheitstechnik, Brandschutz und Vorbereitung auf Notfalllagen sowie Sicherheit am Arbeitsplatz.

Gesundheit und Sport: Nach dem Prinzip der Fürsorge kümmert sich die Schulgemeinschaft um jedes einzelne Mitglied. Konzeptionelle Gesundheitserziehung und Suchtprävention für alle Jahrgänge sind mit altersgemäßen Schwerpunkten und mit Unterstützung außerschulischer Kooperationspartner mit Programmen wie z. B. „Klarsicht-Parcours, „Tom & Lisa“, „Stark statt breit“, deutlich im Schulleben verankert. Zudem stellen die schulinterne Ausbildung zum Schulsanitätsdienst in Kooperation mit dem Deutschen Roten Kreuz und die daran anschließende Praxis einen festen Bestandteil im präventiven Bereich der Schule dar.

Soziale Erziehung: Die Schaffung und der Ausbau eines geschützten Umfelds in der Schule werden durch ein umfassendes Sozialtrainingsprogramm unterstützt. Soziales Bewusstsein und Verhalten müssen jedoch immer wieder geschult werden. Zum Erreichen eines erfolgreichen Miteinanders führt die Schule als zertifizierte Lions-Quest-Schule in den Jahrgängen 5 bis 10 fest im Lehrplan verankerte Sozialtrainings zu den Themen „Erwachsen werden“ und „Erwachsen handeln“ nach Lions-Quest durch. Ferner tragen Kennenlernaktivitäten in den Jahrgängen 5 und 7 in Kooperation mit der „Cluster-Sozialagentur“ als fachlichem außerschulischen Unterstützer gerade in neu zusammengesetzten Klassen zu einer sozialen Lern- und Klassenatmosphäre bei. Regelmäßig wiederkehrende Projekte im Rahmen der Rezertifizierungen z. B. zur „Humanitären Schule“ (in Kooperation mit dem Deutschen Jugendrotkreuz) oder zur „Schule gegen Rassismus - Schule mit Courage“ oder anlässlich der Brasilienspendenaktion vervollständigen das Bild. Die Ausbildung und Begleitung von Patinnen und Paten, die über zwei Schuljahre hinweg die Kinder des 5. und 6. Jahrgangs bei der Integration in die Schulgemeinschaft unterstützen, und deren Möglichkeit, in Kooperation mit dem Landkreis Schaumburg an einer Ausbildung zum Jugendleiter teilzunehmen, sind ebenfalls zentrale Bausteine sozialen Lernens und Handelns. Alle diese Maßnahmen zusammengenommen sollen aber auch bei der Ermittlung von Problemfeldern bei Kindern und Jugendlichen und bei der Erstellung eines externen, unterstützenden Netzwerkes aus Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe wie z.B. dem Jugendamt, dem Kinderschutzbund, BASTA e.V. und anderen helfen.

Mobilität und Umwelt: Die Wahrnehmung der aktuellen Umwelt und der Gestaltung der zukünftigen Lebensbedingungen sind elementare Bausteine der Entwicklung zu einem selbstbestimmten und sozialverantwortlichen Leben. Aus diesem Grund gehören Umwelterziehung im Fachunterricht und in Projekten, die sich u.a. dem „Ökologischen Fußabdruck“, der Nachhaltigkeit, dem Klimaschutz und der Verkehrserziehung auf altersgemäßem Niveau widmen, sowie die Ausbildung zu Busscouts in Kooperation mit dem Schulträger und der Polizei zum regelmäßig wiederkehrenden schulischen Programm.

Medienerziehung: Hier zählt neben der Umsetzung des niedersächsischen Orientierungsrahmens zur Medienbildung, der die Nutzung schülereigener digitaler Endgeräte als zusätzliche verbindliche Lernmittel und die Vermittlung geeigneter technischer Fähigkeiten vorsieht, ausdrücklich auch der kritische Umgang mit digitalen Medien, insbesondere mit sozialen Netzwerken, zu den Schwerpunkten der Erziehung. Die Schule bietet Trainings in Form von Workshops für die Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 6 und 8 in Kooperation mit Smiley e.V. an. In begleitenden Elterninformationsveranstaltungen werden die Erziehungsberechtigten über die Maßnahmen der Schule und über die aktuellen Erkenntnisse auf diesem Gebiet informiert.

Vielfalt - Integration - Migration: Die Schule bemüht sich um Akzeptanz und Toleranz gegenüber allen Nationalitäten, Ethnien, Religionen, Kulturen und Diversitäten von Menschen. Dabei soll Verständnis für die Normalität von Unterschieden im kulturellen und familiären Hintergrund hergestellt werden. Diese Aufgabe übernimmt die gesamte Schulgemeinschaft. Dem Fachunterricht in Geschichte, Politik-Wirtschaft, Philosophie, Werte und Normen sowie Religion kommt hier jedoch eine Vorreiterrolle zu. Die Schülerinnen und Schüler des 7. Jahrgangs befassen sich beispielsweise im Rahmen eines Projektes, das von „SchLAu e.V.“ durchgeführt wird, intensiv mit sexueller Vielfalt.

Inklusion: Akzeptanz und Toleranz gegenüber der Vielfalt von Persönlichkeiten zu erreichen, ist unser Ziel, das wir durch Maßnahmen zur individuellen Förderung, binnendifferenzierten - bei Bedarf auch zieldifferenten - Unterrichts, die Schulung von Schulleitungsmitgliedern sowie Kolleginnen und Kollegen und die selbstverständliche Kooperation mit Förderschulen, Förderschullehrkräften und Integrationshelfern sowie Einrichtungen der Erziehungshilfe zu erreichen versuchen.

4.4.5 Konzept zur Arbeitszufriedenheit

Das Ratsgymnasium verfolgt die Absicht, für alle am Schulalltag Beteiligten ein förderndes und angenehmes Arbeitsklima zu schaffen, insbesondere auch für die Lehrkräfte. Dazu wird Folgendes angestrebt:

 

  • Effektive und zielführende Kommunikation

  • Schulisches Gesundheitsmanagement (auch mit Hilfe außerschulischer Partner)

  • Berufseinstiegs-Management für neu eingestellte Lehreinnen und Lehrer

  • Entlastungen des Kollegiums durch möglichst optimierte Organisation seitens der Schulleitung und -verwaltung

  • Vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Personalrat und Schulleitung

 

 

4.4.6 Fortbildungskonzept

 

Dem Anspruch einer systematischen Qualitätsentwicklung wird das Ratsgymnasium durch ein Fortbildungskonzept gerecht, das im Wesentlichen auf folgenden drei Säulen beruht:

  • Individuelle und / oder funktionsorientierte Fortbildungen

Zum einen gibt es individuelle funktionsorientierte Fortbildungen, die von einzelnen Lehrkräften wahrgenommen werden. Diese können fachlich ausgerichtet sein, der Funktion oder dem Amt der Kollegin bzw. des Kollegen (z.B. Fachkonferenzleitung, Beratungslehrkraft etc.) dienen oder von allgemeinem Interesse für die Schule sein (z.B. Lions Quest, Digitalisierung etc.). Für alle Fortbildungen und Qualifizierungen gilt der Grundsatz, dass der Kompetenzzuwachs der fortgebildeten Lehrkraft in die Schule zurückfließen muss, um sich letztlich in höherer Unterrichtsqualität niederzuschlagen. Das geschieht zum Beispiel in der Form, dass während einer Fachkonferenz oder Fachdienstbesprechung über die Inhalte der Fortbildung berichtet wird.

Wo immer es möglich ist, arbeiten die Fachgruppen in regionalen fachspezifischen Netzwerken mit den Nachbarschulen zusammen. Dabei treffen sich regelmäßig Vertreterinnen und Vertreter der Fachgruppen verschiedener Schulen, um gemeinsam fachspezifisch an der Qualifizierung von Lehrkräften bzw. an Unterrichtsentwicklung zu arbeiten und sich wechselseitig über aktuelle fachdidaktische und fachmethodische Entwicklungen zu informieren.

 

  • Fortbildungen von Gruppen und Gremien

 

Diese Kategorie schulischer Fortbildungen wird von Fachgruppen, Gremien (z.B. Schulentwicklungsteam oder Schulvorstand) oder Projektgruppen wahrgenommen. Die Schwerpunktsetzungen ergeben sich aus dem Aufgabenbereich der schulischen Teilkonferenzen, Gruppen oder Gremien. Zur Umsetzung der Kerncurricula in schulinterne Lehrpläne sind z.B. von vielen Fachgruppen Fortbildungen wahrgenommen worden. Diese Arbeit wird kontinuierlich fortgeführt. Aber auch auf ganz anderen Feldern, beispielsweise in den Bereichen Abitur, Binnendifferenzierung, Digitalisierung, Projektmanagement usw. sind Fortbildungen und Qualifizierungen notwendig.

 

  • Schulinterne Lehrerfortbildung (SchiLf) des gesamten Kollegiums

 

Die dritte Säule der Fortbildungen betrifft die an den Entwicklungsschwerpunkten der Schule orientierten schulinternen Lehrerfortbildungen (SchiLf). In jährlichem Rhythmus bildet sich das gesamte Kollegium des Ratsgymnasiums in einem zentralen Bereich der Unterrichts- oder Organisationsentwicklung nach Abstimmung mit dem Schulelternrat ganztägig fort. Die letzten SchiLfs in den Schuljahren 2018/19 und 2019/20 befassten sich mit den Schwerpunkten Binnendifferenzierung / individualisiertes Lernen und der Digitalisierung.

 


5. Qualitätssicherung

Grundlage eines schuleigenen Qualitätssicherungs- und -entwicklungssystems ist die kontinuierliche Bestandsaufnahme (Iststands-Analyse), die alle zwei Jahre in Absprache mit der Schulleitung durch das Schulentwicklungsteam (SET) durchgeführt wird. Die identifizierten Verbesserungspotenziale und abgeleiteten Entwicklungsziele werden in konkrete Maßnahmen übersetzt, die konsensuell beschlossen werden. Am Ende werden die Maßnahmen evaluiert und die Ergebnisse hinsichtlich ihrer Zielerreichung neu bewertet. Die Schulleitung fördert durch ihr Handeln die innerschulischen Rahmen- und Gelingensbedingungen der Qualitätsentwicklung. Sie sorgt für eine größtmögliche Transparenz in der Vermittlung der Ausrichtung der Schule, indem sie kontinuierlich mit den Gremien der Schule (Personalrat, Elternrat, Schülervertretung, Gesamtkonferenz, Schulvorstand, Schulentwicklungsteam usw.) im konstruktiv-kritischen Dialog steht. Einen besonderen Stellenwert in der Qualitätsentwicklung nimmt die Unterrichtsentwicklung ein. Neben den bereits an anderer Stelle genannten Aspekten (s. Lehren und Lernen) spielen regelmäßige Unterrichtsbesuche und Beratungen der Lehrkräfte untereinander und durch die Schulleiterin dabei eine besonders wichtige Rolle.

A. Hasemann, StD‘

Schulleiterin